Jetzt gibt es dieses Blog, wo ich in 101 Schritten erklären will, warum wir nicht Pleite sind in Europa, nicht mal in Griechenland. Und warum es eigentlich mit dem Euro weiter vorwärts gehen sollte, wie in den ersten 10 Jahren als wir ihn hatten. In denen der Euro nämlich ein voller Erfolg war.
Keiner hatte sich in den ersten zehn Jahren mal aufgeregt, oder keiner was gegen den Euro gehabt – und auf einmal, seit letztem Mai soll alles anders sein. Das hab ich auch schon mal dem Joschka Fischer gesagt. Da muss man nur an der richtigen Stellschraube ein wenig Nachstellen, und dann läuft der Laden. Nur, es gibt ja andere Interessen. (Mein Kommentar - mattus – in Englisch unter seinem Artikel.)
Nämlich Milliarden gewettet mit Credit Default Swaps, die jetzt nur auszahlen wenn eine Pleite kommt. Wie kann man das erklären, am Besten? Die Dinger sind ja kompliziert. Also schrieb ich einen Artikel im Dezember, bot ihn der ZEIT und der Süddeutschen Zeitung an, weil ich dachte die wissen nicht, was da vor sich geht. Auf eine Antwort von der SZ warte ich immer noch, und die ZEIT lehnte ab, wegen Platzgründen. Genauso wie der Guardian in England eine Version in Englisch nicht wollte. Auch die Nachdenkseiten lehnten einen revidierte Version ab. Warum weiss ich nicht genau.
Sie liessen Heiner Flassbeck den Artikel gegenlesen, der bis auf wenige Änderungen meinte, er sei ok. (Ich mach es mir einfach im Artikel, ich sage Hedgefonds kaufen CDS, und Banken verkaufen, es ist nicht immer so!) Also, was Ihr in den Zeitungen alle nicht lesen konntet, steht nun hier. (Wen es interessiert was die UNCTAD ueber CDS denkt, wo der Flassbeck Chef Oekonom ist, mal hier ab Seite 33 schauen – auf Englisch).
Ich hoffe, ihr versteht, um was es genau geht. Die Zahlen sind ein bischen anders jetzt (Datenlage Dezember 2010), aber das Prinzip stimmt auf alle Fälle noch. Was sind also CDS und was macht man dagegen?
Hier der Artikel:
Wie Heuschrecken Europas Zukunft zerstören
Die Macht der Finanzspekulanten - und wie Europa sich von Hedgefonds vorführen lässt
Eine Analyse aus internationaler Perspektive
Deutschland Erwache! Die Barbaren stehen vor der Tür! In Berlin oder Brüssel wird noch getanzt, obwohl die Stadtränder schon in Flammen stehen. Europa ist in einer Krise, ausgelöst durch die wirtschaftlichen Interessen die die öffentliche Debatte, besonders die im angelsächsischen Raum beherrschen.
Die internationalen Finanzinteressen, grosse Ansammlungen privaten Kapitals in Hedgefonds, wollen, genau gesagt, eine Pleite der Peripherieländer herbeiführen. Damit können enorme Summen verdient werden. Man kann mit einer Wette von Euro 10 Milliarden, Euro 180 Millarden machen, einfach so, nur dadurch das Irland eine Insolvenz erklärt und sagt sie müssen Umschulden. Sie haben richtig gehört. Euro 180 Milliarden. Das ist mehr als ganz Irland nächstes Jahr als Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften wird.
Aber, aber, sagen Sie sicher, es wettet ja keiner 10 Milliarden Euro. Falsch, es werden ein mehrfaches dieser Summen gewettet. Es wird extrem auf einen Misserfolg spekuliert, einen Misserfolg der Peripherieländer. Wenn die Haircuts einführen, Ihre Schulden nicht ganz begleichen, oder aus dem Euro austreten, gibt es den grossen Zahltag für die, die diese Wetten abgeschlossen haben. Wer wird für diese Wetten zahlen? Drei mal dürfen sie raten, richtig, wir.
Wie genau geht das? Wer schliesst diese Wetten ab, wer genau ist das der da wettet, wer wettet dagegen, und warum müssen am Ende wir zahlen?
Diese Instrumente, mit denen da gewettet wird heissen Credit Default Swaps. (Also Wettschein, Kreditausfallversicherung, Credit Default Swap, CDS, gemeint ist immer dasselbe.) Sie kaufen Credit Default Swaps wie einen Wettschein von einem Wettbüro. Irland Pleite 17:1, steht auf diesem Schein. Nur, es ist kein Wettbüro das sich hier auf eine solche Wette einlässt, sondern es ist meistens eine Bank. Warum eine Bank? Nun, die Leute die hier wetten, wollen ja auch sicher sein das die Wette eingelöst werden kann, kein Wettbüro hat diese Summen, Banken allerdings schon. Manchmal werden die Wetten auch von Versicherungshäusern angenommen. Die haben auch viel Geld, und könnten zahlen sollte die Wette fällig werden.
Diese Credit Default Swaps sind, so wollen es uns die Experten weismachen, Versicherungen für Zahlungsausfälle. Papperlapapp. Das kann nicht stimmen. Die Versicherung kostet mehr als die Rendite die ich erzielen kann. Warum sollte ich mich versichern, ich kann entweder nicht investieren, oder verkaufen, und das Geld benutzen um in ein risikofreieres Instrument zu investieren. Wenn ich investiere und versichere dann verliere ich nur Geld.
Hier ein Beispiel warum es dumm wäre eine Kreditausfallversicherung zu kaufen. Ich könnte Irische Staatsanleihen kaufen. Die sind heute 100 Euro wert. Die werfen eine Rendite von 8% ab, in einem Jahr erwarte ich 108. Wenn ich mich gegen Ausfall versichern wollte durch einen Wettschein, kostete mich das eine Prämie, von 5,5% (das gleiche wie eine 17:1 Wettquote). Ich bin mir sicher, das ich jetzt in einem Jahr 108 haben werde, muss allerdings auch 5,50 Kosten abziehen, also es bleiben nur noch 102,50.
Es ist also besser für mich in Deutsche Staatsanleihen zu investieren. Die zahlen zwar nur 3%, aber ich brauche ja keine Ausfallversicherung. Ich habe garantiert 103 in einem Jahr.
Wie bestimmen die Banken die Kosten dieses Wettscheins? Wie wird die Quote berechnet? Berechnet wird die auf Grund der Zinsen der Anleihen, die der Anleihenmarkt bestimmt. Denn nur so kann die Fiktion Aufrecht erhalten werden, dass es sich wirklich um Ausfallversicherungen handelt, und nicht um pure Wetten bei diesen Credit Default Swaps. Wenn Zinsen fallen, fallen die Kosten der Credit Default Swaps, und umgekehrt.
Die Wetten die insgesamt abgeschlossen wurden auf den Bankrott Irlands belaufen sich auf ungefähr Euro 4 Mrd (Nettoposition), laut dem Dezember Monatsbericht der Deutschen Bundesbank von dieser Woche.
Wie sieht das aus mit Anleihen Irlands? Die Irische Zentralbank beziffert die ausstehenden längerfristigen Anleihen Irlands auf Euro 90 Mrd.
Jetzt überlegen Sie mal bitte mit: Was passiert wenn Irland wirklich zahlungsunfähig wird?
Irlands Anleihen wären nichts mehr wert. 90 Mrd Verlust
Und die Leute die 4 Mrd gewettet haben, wieviel bekommen die? Es werden 72 Mrd fällig auf diese Wetten, dank der Wettquote von 17:1.
72 Mrd Euro Verlust den die Banken tragen müssen, die diese Kreditversicherung geschrieben haben.
90 Mrd Anleihenverlust wird theoretisch von 72 Mrd Kreditversicherung ersetzt. Alles so wie es sein soll, dafür gibt es die Kreditversicherung ja. Aber nur theoretisch. Denn kaum ein Anleihenbesitzer wird diese Kreditversicherung besitzen, weil es ja keinen Sinn gemacht hätte sie zu kaufen.
Das heisst, die Hedgefonds kassieren die Wetten, und die Kreditgeber gehen leer aus.
Die gleiche Konstellation wie bei Lehman Brothers, was natürlich noch fehlt ist dass der Staat zahlt. Das wird auch hier so sein, denn die Banken werden nicht die 72 Mrd Cash haben, um die CDS einzulösen. (Im Falle Lehman war das die Versicherungsgruppe AIG die mit $200 Mrd gerettet werden musste um ihre Wetten einzulösen)
Also ganz konkret – Irland geht in die Insolvenz:
Verlierer: 90 Mrd: Irische Anleihenbesitzer (Pensionsfonds, Versicherungen, Banken)
Verlierer: 72 Mrd: Banken die die CDS herausgaben
Verlierer: 72 Mrd: Steuerzahler der die Banken retten muss
Gewinner: 72 Mrd: Hedgefonds, die die CDS kauften
Das kann man ruhig noch mal sagen, die Allgemeinheit muss nicht nur den Verlust der Pensionsfonds, Versicherungen und Banken tragen aber auch den Gewinn der Hedgefonds finanzieren.
Und wenn es keine Credit Default Swaps gegeben hätte, denn CDS wurden ja erst vor 10 Jahren erfunden? Die Kosten hätten so ausgesehen:
Verlierer: 90 Mrd: Irische Anleihenbesitzer (Pensionsfonds, Versicherungen, Banken)
Also. sobald einer das Wort Haircut in den Mund nimmt, oder auf Umschuldung drängt, (Ideen die aus dem angelsächsischen Raum stammen und da propagiert werden und durch Ansteckung hier herübergetragen werden) bitte noch mal überlegen und daran denken wer denn hier wirklich gewinnt oder verliert.
Was kann man machen? Nichts? Ist man den Hedgefonds ausgeliefert?
Von wegen, man bediene sich der gleichen Munition und schiesse einfach zurück.
Was extrem gefordert wird sind Umschuldungsinitiativen, die englische Presse ist voll davon. Es wird propagiert auf der Webseite Project Syndicate, wo die schlauesten Köpfe der Welt sich versammeln. Was allerdings vergessen oder verschwiegen wird ist, dass nur dann dann die Wetten der Hedgefonds fällig werden. Das geht so weit, dass schon die grössten Hedgefondmanager Umschuldung in der Financial Times fordern, ohne dabei rot zu werden. Diese Woche waren es George Soros und Mohamed El-Erian, Chef des grössten Bondhändlers der Welt, PIMCO (Allianz Gruppe). Langsam wird es peinlich, man könnte meinen dass die englische Presse gekauft ist. (Und wer finanziert wohl die Webseite Project Syndicate?)
Also es wird gefordert umzuschulden, obwohl Irland und Griechenland ja eigentlich noch zahlen können. Wenn ich umschulde, und der Kreditnehmer ist wirklich nicht insolvent, dann ist das nichts anderes als eine Enteignung. Aber Enteignung können wir Deutschen ja gut, hatten wir ja früher in der DDR.
Hier der erste Vorschlag: CDS Kontrakte werden einfach ungültig erklärt, von heute auf morgen. Europaweit. Das ist eine Enteignung, also genau was die Herren der Hedgefonds fordern. Sie hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass sie selbst enteignet werden.
Was passiert? Gar nichts. Genau das was passiert wenn Sie Ihrer Hausversicherung eine Prämie überwiesen haben, und die geht am nächsten Tag Pleite. Kein Bankenzusammenbruch, kein Bail-out. Vor allem Ruhe aus dem angelsächsischen Raum, was der Eurokrise ja nur gut tun würde.
Was passiert mit den Prämien die von den Hedgefonds für die CDS bei den Banken eingezahlt wurden? Die werden einfach eingestrichen und dem Kapitalvermögen der Banken zugeschrieben. Das können die Banken gut gebrauchen, denn eine dünne Kapitaldecke haben die ja immer.
Wer verliert jetzt? Die Hedgefonds. Wer gewinnt? Die Banken. Und wir, denn wenn es den Banken besser geht, brauchen wir denen das nächste Mal vielleicht nicht soviel zuschiessen.
Also Haircut für Hedgefonds, bitte, durch das Verbieten von Credit Default Swaps. Sofort.
Die wirklichen Feinde in dieser Eurokrise sind die Hedgefonds, die sich freuen wenn Merkel und Steinbrück sich streiten, wir über die Griechen schimpfen und uns unsere Mark wieder wünschen. Alle mal bitte an einem Strang ziehen und auf den wirklichen Feind einhauen. Wir haben 26 Verbündete. Lasst uns auf unsere alten Stärken besinnen, Fahneneid auf die Europäische Fahne schwören und Bitzkrieg führen, gegen die Hedgefonds, das würden die verstehen.
Du solltest dich mal mit dem Thema beschäftigen… Ja die bösen Spekulanten… SCHWACHSINN !!!
Fragen: Warum haben sich diese PIGGS so verschuldet ?
Warum steigen die Zinsen der Staatsanleihen ?
Warum steigen die CDS auf diese Staatsanleihen ?
Wer profitiert von diesem Prinzip ?
Warum versuchen wir zu “retten” wo es nichts mehr zu retten gibt?
Der Euro ist tot und das war vorauszusehen !
Kommt alles noch.
Nun – so dramatisch die PIIGS- und Euro-Angelegenheite scheinen mögen… Global hat das Problem noch wesentlich astronomischere Dimensionen.
Es sind etwa 600.000 Mrd $ (also 600 europäische Billionen / 600 engl Trillion) weltweit an Finanztiteln unterwegs… Zur Orientierung die Summe aller Staatschulden weltweit: < 40.000 Mrd $ , Welt-Jahres-BIP ca. 50.000 Mrd $ … Summer aller Vermögen weltweit: ~125.000 Mrd $.
Links hierzu:
http://www.unterguggenberger.org/page.php?id=260
http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:clearinghaeuser-lse-chef-warnt-vor-kollaps-von-abwicklern/50054967.html
Hieraus sollte klar sein: eine Auflösung des Dilemmas innerhalb des System ist – womöglich schon seit Jahren – nicht mehr möglich. So kann man nicht mehr ausschließen, dass die Politik damit schon seit Längerem erpresst wird.
Prinzipiell wäre die Lösung zwar einfach – ein neues Geldsystem auflegen! Aber da darf man davon ausgehen, dass Himmel und Hölle dagegen in Bewegung gesetzt würde… und genau dazu könnte diese widerwärtige Anti-Euro-Spekulation in ihren vielen Facetten gehören.
Vielleicht hätte man sich schon 2000 beim Vodafone-Mannesmann-Spektakel mal eingehender fragen sollen, woher Vodafone eigentlich an die Mittel für den Coup nahm… (Tipp (Zitat): When the idea emerged is not clear, but on October 22nd Vodafone hired Goldman Sachs and Warburg Dillon Read to help with the possible options regarding Mannesmann, and Vodafone moved quickly….)
Hallo matt_us!
Woher weißt Du denn, wie Hedgefonds investiert haben?
Viel wahrscheinlicher ist es doch, daß Hedgefonds selbst CDS schreiben. Hedgefonds spekulieren doch auf alles, also auch auf Kreditrisiken. Die kaufen also zu bestimmten Zeitpunkten CDS und zu anderen Zeitpunkten verkaufen sie CDS. Aus den Prämienunterschieden läßt sich Gewinn schlagen.
Nehmen wir mal an, im Jahre 2005 spekulierte Hedgefond X auf die Pleite Irlands. Dann würde Hedgefond X einen Hedgefond Y suchen, der Irland für bombensicher hielte. Hedgefond Y schreibt daher CDS im Wert von 1 Mia $, um 0.1%/a Prämie zu kassieren. Hedgefond X bezahlt also jährlich 1 Mio $ an Hedgefond Y. Nun kommt es 2007 zur Weltfinanzkrise. Irland wird zum Pleitekandidat. Der CDS-Wert für deren Anleihen steige auf 5.5%/a. Nun verkauft Hedgefond X CDS an Hedgefond Z und kassiert jährlich 55 Mio $. Das macht nach Abzug der einen Mio $, die Hedgefond X an Hedgefond Y bezahlt, einen sicheren Gewinn von 54 Mio $/a. Dafür lohnt es sich für Hedgefond X den Spiegelfechter zu bestechen, damit er Panik vor der Irland-Pleite verbreitet, damit der Wert der CDS in die Höhe manipuliert werde.
Wenn dann der Default aber eintritt, würden die Heuschreckenfonds aber selbst betroffen sein. Alles hängt jetzt davon ab, ob Hedgefond Y die 1 Mia $ aufbringen kann. Hedgefond X hat sich zwar mit seinen CDS bei Hedgefond Y für den Default-Fall abgesichert. Das nützt Hedgefond X aber auch nichts, wenn Hedgefond Y pleite ist. Hedgefond X wird selber pleite. Für Hedgefond Z sieht die Sache dann auch nicht besser aus. Und selbst dann, wenn Hedgefond Y noch solvent wäre, wären für Hedgefond X die schönen 54 Mio $/a futsch.
Es kann also gar nicht im Interesse der Heuschreckenfonds liegen, daß Irland pleite geht. Allenfalls kann es im Interesse der Heuschreckenfonds liegen, den Wert von CDS durch Beeinflussung der Öffentlichkeit zu beeinflussen.
Hallo georgi, sehr schoen erklaert wie,und vor allem wieviel (!) man mit dem Weiterverkauf von CDS verdienen kann. Und es koennte natuerlich auch sein, dass groessere Hedgefonds CDS selber geschrieben haben, solange sie Kaeufer finden, die die CDS kaufen und an die Solvenz des Hedgefonds im Schadenfall glauben. Aber im.E. muss der letzte Kauefer des CDS immer daran interessiert sein, die groesstmoegliche Panik zu machen, weil er, wenn er keinen Kaeufer mehr findet, nun nur noch einen Default (also Umschuldung/Haircut/Euroaustritt) hat, mit dem er versucht sein Geld zurueckzuerhalten, und einen Profit zu machen – und nicht 55 Mio Verlust. Deshalb meine ich wird das ueberall gefordert.
Es gibt noch ein ganze Reihe weiterer Gründe, CDS zu kaufen, nicht nur den, im Default-Falle einen Haufen Mäuse zu verdienen. Da wäre das Motiv, Anleihen tatsächlich zu versichern oder schlechte ABS aufzuwerten, damit Pensionsfonds und Lebensversicherungsunternehmen in sie investieren dürfen.
[...] Eine einfache Erklärung wie CDS funktionieren, und warum die mal abgeschafft werden sollten. [...]
Ich kann deiner Begründung momentan nicht ganz folgen.
Nachfolgend meine primitive Überlegung zu CDS:
Ein Emittent (Bank) bittet CDS z.B. zur Absicherung einer Griechenlandanleihe an. Ein Kunde kann diese CDS kaufen, wenn er sich gegen eine Zahlungsunfähigkeit von Griechenland absichern möchte.
Daraus würde ich dann schließen, dass die Banken sich eine Zahlungsunfähigkeit auf keinen Fall wünschen.
Nachdem CDS nur von Gläubigern von Griechenland gekauft werden dürfen, wünscht sich der Griechenland-Gläubiger auch keinen Zahlungsausfall, da dies für ihn ein Nullsummenspiel ist. Die Anleihe ist wertlos, dafür greift dann das CDS.
Ergo würde bei diesem Spiel nur derjenige sich auf einen Zahlungsaufall von Griechenland freuen, der CDS erworben hat OHNE Griechenlandanleihen zu besitzen.
Nachdem dies – soweit ich vernommen habe – mittlerweile vorgeschrieben wurde, verstehe ich die Argumentation des Autor nicht ganz.
Gibt es diese Vorschrift, dass ein CDS-Besitzer auch Anleihen besitzen muss, noch nicht? Oder gilt diese Vorschrift nur ab einem bestimmten Zeitpunkt, d.h. nicht rückwirkend?
Sollte das der Fall sein, muss also nur aufgespürt werden, wer CDS besitzt und keine Anleihen. Das werden vermutlich jedoch keine Banken und keine Staaten sein, wenn ich nicht ganz falsch liege. Ergo müssten das “böse” Spekulanten sein, die auf die Zahlungsunfähigkeit von Griechenland setzen.
Meine Frage ist dementsprechend, wenn es CDS bereits seit 10 Jahren gibt: Wer traut sich zu, CDS zu kaufen und solange abzuwarten bis tatsächlich so ein Fall eintritt? Vor 10 Jahren haben die wenigsten mit einem solchen Verlauf gerechnet, oder irre ich mich da?
Ich würde mich sehr über eine Antwort des Autor und von anderen Lesern freuen.
@Autor
Bitte nehmen Sie doch kurz Stellung zu meinem Beitrag.
Hat sicher erledigt, hab deinen Beitrag von heute gesehen.
Die Darstellung ist richtig und sehr fundiert. Vielen Dank!
Allerdings gibt es Angaben in den Medien, wonach für Griechenland nicht viele CDS ausstehen. Ich halte die auch für glaubhaft: Man kann schon mit Griechenland-Anleihen selber genug zocken, da muss man gar nicht noch ein Derivat draufpacken!
Dass Hedge-Fonds an der Griechenland-Anleihen-Zocke beteiligt sind, halte ich hingegen für sehr wahrscheinlich. Und dass sie sich dafür einen kleinen Staat ausgesucht haben und nicht die viel größeren (anteilig aber genauso hoch verschuldeten!) USA oder Japan, hängt damit zusammen, dass auch die Hedge-Fonds nicht beliebig viel Geld haben.
Auch Schläger suchen sich immer ein möglichst schwaches Opfer aus, um es zu traktieren. Schau mal einem Geparden bei der Jagd zu, der sucht sich sein Opfer auch ganz genau aus. Alles andere ist unnatürlich, weil man unnötig viele Ressourcen und Risiken für sich selbst eingehen muss.
Zu einem derartig verschwenderischen Jagdverhalten ist höchstens der Mensch fähig, wenn er mal wieder sein Ego befriedigen muss.
Griechenland ist im Euroverbund eines der schwächsten Glieder, da wenig wirtschaftliche Substanz in diesem Land vorhanden ist. Ebenfalls nachteilig ist die Tatsache, dass die Schulden zu einem großen Teil bei ausländischen Gläubigern gemacht wurden. Diese wiederum verlieren u.U. schneller die Nerven, weil sie sich mit dem Land nicht verbunden fühlen.
Wer aber kennt überhaupt genau den Anteil der Hedgefonds im Spiel um Griechenland? Nur weil die Anleiherenditen anziehen, sind dafür noch lange keine Hedgefonds zuständig. Verlieren die großen Anleger wie Staatsfonds, Pensionskassen, Investmentsfonds nicht ihr Vertrauen in die Solvenz eines Staates, werden die Renditen wenig, oder nur kurzzeitig ansteigen, sollten einige Zocker diese Titel antesten. Sobald sie merken, da ist nichts zu holen, werden sie sich aus Eigenschutz schnellst möglich wieder zurückziehen.
Eben genannte Geldpools verwalten das meiste Kapital auf dieser Welt und tummeln sich vornehmlich in den Bondmärkten. Bei solider fundamentaler Basis, lassen die sich nicht durch ein paar Hedgefonds aus der Reserve locken.
[...] Georgi hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Gewinn beim Verkauf von CDS enorm sein kann, wenn man die zu 0,1% kauft, und zu 5,5% verkauft. Nämlich das 55-zig fache des Einsatzes. Die Gewinne sind in tatsächlich oft ähnlich traumhaft, besonders für längerfristige CDS Verträge, die typischerweise 5 Jahre dauern können. Man muss halt nur versuchen, die Staatsanleihen und Länder schlecht zu reden, dann steigen die Preise ganz von alleine. [...]
[...] dieser blog -mit besonderem hinweis auf flassbeck (konkret seite [...]
[...] 3) CDS Erklärung – Anhand des Artikels, den keiner drucken wollte [...]
Wenn alles in diesem Artikel der Wahrheit entspricht, wovon ich ausgehe, danke ich für diese Aufklärungsmaßnahme. Gute Information.
Aber, ich darf mal kurz den letzten Absatz zitieren:
“Die wirklichen Feinde in dieser Eurokrise sind die Hedgefonds, die sich freuen wenn Merkel und Steinbrück sich streiten, wir über die Griechen schimpfen und uns unsere Mark wieder wünschen. Alle mal bitte an einem Strang ziehen und auf den wirklichen Feind einhauen. Wir haben 26 Verbündete. Lasst uns auf unsere alten Stärken besinnen, Fahneneid auf die Europäische Fahne schwören und Bitzkrieg führen, gegen die Hedgefonds, das würden die verstehen.”
Die Hedgefonds als unsere Feinde zu erklären ist doch kindisch. Wenn bestimmte Mechanismen da sind und durch unzulängliche Gesetzesbeschlüße so ausnutzbar sind, dass sie zu oben genannten Problemen führen können…wer ist denn dann daran Schuld? Der Gesetzgeber, also die Politik und niemand sonst!
Das wahre Problem der heutigen Wirtschaft ist die Entkoppelung von Risiko und Ertrag. Das findet sich bei Managern solider Unternehmen genauso wieder, wie in der Finanzbranche. Wer nicht mit seinem eigenen Geld für sein Tun grade stehen muss, der treibt es irgendwann ungeniert. Mit ensprechenden Folgen für die anderen.
Das beste Beispiel dafür ist der Bail Out der Bankenindustrie ab 2008. Wieso lässt man Banken so groß werden und mit einem deratigen Hebel agieren, dass sie “systemrelevant” werden können? Wieso dürfen überhaupt einfache Landesbanken risikoreiche Spekulationsgeschäfte durchführen? Im besten Fall, weil sie wohl dringend Kohle brauchen. So leicht wie man möglicherweise die CDS Verträge für ungültig erklären kann, so einfach wäre es auch, durch entsprechende Gesetzsvorgaben die Rahmenbedingungen hierfür zu setzen. Jetzt ist es womöglich zu spät und das Rad muss bis zum bitteren Ende gedreht werden.
Die Politik hat das eigene System nicht wirklich gänzlich begriffen und konnte dadurch wichtige Entwicklungen nicht anitizpieren. Aber auch Politiker sind eben nur Menschen, darf man bei aller Schelte nicht vergessen!
Die “Finanzindustrie” vor den Politikern als Sündenböcke herzutreiben, ist trotzdem eine Farce.
Es wird immer gerne die Gier der Finaninzdustrie angefeindet. Glauben denn diese Menschen allen Ernstes, dass sie sich anders verhalten würden? Es sind mit Sicherheit die allerwenigsten, die eine gute Wette ausschlagen würden, um ihr Kapital möglichst schnell zu verdoppeln. Und die mit kleinen Vermögen lecken oft als erstes Blut, weil für die Geld zwangsläufig wesentlich wichtiger ist, als für die bereits Vermögenden. Gestehen sich das jedoch meistens nicht mal selber ein.
Wer hat den in der Dot.com Blase aus Gier noch fast am Höhepunkt wie besessen Aktien gekauft? Leute die eigentlich nichts mit diesem Metier zu tun haben, und aufgrund eines Tipps schnell ihr Geld vermehren zu können, kopflos wurden. Taxifahrer, Rentner, kleine Angestellte. Alles die Leute und viele mehr, die jetzt mit dem Finger auf die Hedgefonds zeigen, weil diese angeblich nur Dollarnoten im Kopf haben. Diesen Leuten kann man nur sagen: Passt genau auf, was ihr da von euch gebt!
Die Märkte spielen das, was spielbar ist. So wie im normalen Alltag auch, denn hinter dem abstrakten Begriff die” Märkte” stecken, oh Wunder, Menschen. Dieses Verhalten ist etwas natürliches, menschliches und nichts böses. Was geht, wird ausprobiert und es wird geguckt, wie weit es getrieben werden kann. Schon Kinder machen das. Eltern werden das zu 100% bejahen.
Wer die Märkte entfesselt, braucht sich nicht zu wundern, zu was das eigene Kind fähig ist.
Auch Spekulation ist etwas völlig natürliches und wird ständig jeden Tag von sämtlichen Normalos betrieben, wenn sie nicht gleich Heizöl kaufen, sondern lieber noch etwas warten, um einen günstigeren Einkauspreis zu bekommen. Deshalb braucht man auch nicht darüber nachdenken, diese gänzlich zu verbieten, denn sie ist elementarer Bestandteil unseres Wirtschaftssystems, ja unseres Alltags.
Auch ein “normales Investment” ist eine Spekulation. Ohne diese Spekulanten könnte sich kein einziges Unternehmen frisches Kapital besorgen und finanzieren. Denn nur die Spekulanten sind bereit, dieses Risiko einzugehen, dass am Ende evtl. das eigene Geld weg ist. Zumindest sollte möglichst viel eigenes Kapital betroffen sein, dass ist ja eines der Kernprobleme, wie o.g.
Der große Warren B. ist ein Spekulant, wenn auch ein sehr langfristig orientierter. Wird der auch so an die Kandarre genommen, wenn er massive Aktienbestände eines Fehlinvestments verkauft, weil er die Zukunft eines Unternehmens mittlerweile (aus guten Gründen) anders beurteilen muss und die Kurse dieser Wertpapiere damit womöglich einbrechen lässt?
Und was ist mit den ganzen Spekulanten, die ihr Geld schaarenweise in deutsche Schuldtitel pumpen und Deutschland so eine niedrige Refinanzierung ermöglichen, oder den Dax wieder nahe ans Allzeithoch pushen? Der Euro plötzlich gegen den Dollar immens an Wert gewinnt? Wer wettert dann in Europa gegen die Spekulanten, weil der Dollar auf der anderen Seite der Medaille gerade dafür Prügel einstecken muss? Dann wird der Mund gehalten. Scheinheilig.
Und noch was: Empfehlt doch mal einem Privatmann, seine Schulden durch neue Schulden zu finanzieren. Jeder würde auf Anhieb sagen, bist du verrückt, wo führt das hin? Da der Zinseszinseffekt am Anfang kaum in Erscheinung tritt, verleitet das so gut wie jeden, wenig auf seine Ausgaben zu achten. Was aber nach einiger Zeit daraus erwächst, ist zwangsläufig die Insolvenz. Das ganze westliche Wirtschaftssystem baut auf Schulden machen auf und ist letzten Endes dazu verdammt, pleite zu gehen. Ich meine gehört zu haben, dass noch kein Industrieland westlicher Prägung jemals seine Schulden getilgt hat. Früher wurde Krieg geführt, um das Problem zu lösen. Ich bin mal gespannt, wie sie in der heutigen Zeit aus dem Dilemma kommen wollen. Eines steht allerdings fest: Irgendwann werden wir den Preis auf irgendeine Art und Weise bezahlen müssen. Die jetzige Krise ist – so Gott will, oder wer auch immer – ein Vorbeben für das was unweigerlich noch kommen muss. Dass wissen auch die Finanzmärkte und reagieren entsprechend nervös darauf.
Mein Fazit zu der Krise: 1. Alles hat zwei Seiten und seinen Preis im Leben. 2.Bereitet euch auf magerere Jahre vor. 3. Unfähige Politiker versuchen plump ihre eigenen Fehler zu vertuschen und schaffen es in keinster Weise auch nur im Ansatz den Kern des Problems anzugehen.
Akzeptiert werden muss die menschliche Natur als Ganzes, dazu gehört auch die Spekulation auf die Zukunft. Diese muss aber in einem gut durchdachten Rahmen passieren und sich nicht nahezu selbst überlassen werden. Dazu gehört es an erster Stelle, die Trennung von Risiko und Ertrag wieder rückabzuwickeln. Das Pendel wird dann auch noch ausschlagen, dass ist aber normal. Es wird jedoch in einem Maße passieren, das für alle Beteiligten des Systems deutlich erträglicher ist. Und immer nur nach oben ohne Rückschläge geht es auch niemals im Leben, dass scheinen ebenfalls einige Leute nicht mehr auf dem Radar zu haben. Krisen sind die Regel und nicht die Ausnahme.
Schoene lange Stellungnahme, aber….
“Die Hedgefonds als unsere Feinde zu erklären ist doch kindisch.”
Was heisst kindisch. Ein Feindbild muessen wir uns ja aufbauen, und die Hedgefonds passen da wunderbar. Die wetten auf alles was nach unten geht, und helfen nach, durch Geruechtekueche oder Marktmanipulation, wann und wo sie den Markt aushebeln koennen. Hedgefonds wetten meistens auf Katastrophe – und wir sind doof genug, denen die Instrumente zuzulassen, mit denen sie das machen koennen. Die meisten Instrumente sollten verboten werden. Alle Derivate sind Wetten auf die Zukunft. Die braucht man nicht, Finanzmaerkte funktionierten Jahrhunderte gut ohne sie, mit ganz wenigen Ausnahmen.
Hedgefonds bringen absolut null Mehrwert in die Wirtschaft, sie schoepfen nur gierig ab, hebeln Maerkte aus, handeln mit heisser Luft oder Dinge die sie nicht haben (synthetic funds wie i-shares, repos) und saugen Milliarden aus der Realwirtschaft, die wir gut fuer Bildung und Infrastruktur ausgeben koennten.
Die Politiker sind schuld, dass sie die Hedgefonds nicht eingrenzen, aber deshalb gibt es ja auch diese Webseite um da mal darauf aufmerksam zu machen. Und damit die Politik auch mal was anderes macht als auf Ackermann und Soros zu hoeren.
Uebrigends, der Artikel oben setzt Hedgefunds einerseits und Investment Banken andererseits gegenueber, um CDS mal leichter erklaeren zu koennen. Das ist natuerlich nicht so leicht abzugrenzen, und die gehoeren zusammen in einen Topf geschmissen.
“Dazu gehört es an erster Stelle, die Trennung von Risiko und Ertrag wieder rückabzuwickeln. Das Pendel wird dann auch noch ausschlagen, dass ist aber normal. ”
Das koennte man natuerlich leicht machen, indem man mal kraefig Sand in das Getriebe streut. Eine Finanztransaktionssteuer von 1%, und eine von 30% fuer Hedgefonds und Investmentbanken waere da genau das richtige! Das wuerde den Ertrag dem Risiko anpassen, und vor allem dafuer sorgen, dass die mal anstaendig Steuern zahlen. Senkt das Risiko fuer den Staat, und den Ertrag fuer Hedgefonds.
“Ein Feindbild muessen wir uns ja aufbauen, und die Hedgefonds passen da wunderbar.”
Wieso brauchen wir ein Feindbild? Das hört sich doch genauso an, wie aus der Feder eines Politikers. Die Politiker brauchen eines, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen.
“Hedgefonds wetten meistens auf Katastrophe
Nur weil Hedgefonds als einzige der Institutionellen nicht long only agieren. Hedgefonds suchen sich Situationen aus, wo sie gute Gewinnchancen sehen. Da ist alles dabei. Ölpreis Peak 2008? Apple, Google, Gold ect. Die Hedgefonds werden nur immer dann ins Spiel gebracht, wenn irgendwo etwas stark an Wert verliert. Siehe Euro-Sinkflug 2010. Der FX Markt ist dermaßen groß, wer glaubt da ernshaft, dass Hedgefonds mit ihren Aktionen das am stärkten gehandelte Währunsgpaar der Welt, gegen die allgmeine Marktrichtung runterprügeln können? Absurd. Hier bewegen sich riesige Summen anderer Akteure, die einfach kurzfristig das Vertrauen in diese Währung verloren hatten. Spekulanten sind die ersten, welche dazu bereit sind, in einen fallenden Markt zu kaufen. Als der Euro im Jahr 2008 zum Dollar ebenso stark fiel, krähte komischerweise kein Hahn danach. 2010 passte diese Kursbewebung den Politikern dann aber gut ins Bild, um abzulenken.
Klar können HF auch, wie jeder andere Akteur an den Finanzmärkten eine Abwärtsbewegung beschleunigen oder entfachen. Per Saldo sind sie aber in einem geregelten Markt neutral unterwegs. Das führt ja auch das Leerverkaufsverbot ad absurdum. Auch hier verweisen alle nur auf die eine Seite der Medaille, den Verkauf der Papiere, welcher den Preissturz kurzfristig tatsächlich intensivieren kann. Aber die Leerverkäufer machen das doch um Gewinne zu generieren. Sie müssen sich also zwangsläufig wieder eindecken und kaufen alles in gleichem Unfamg zurück. Was zum Effekt der Stabilisierung beiträgt.
Was hätten sie davon, wenn ihr Underlying wertlos wird? Sie bekämen nichts mehr zurück und der Gewinn ist futsch. Sie wollen keinen angreifen, sondern von einer Kursveränderung profitieren. Das Risiko, dass jede Wette schiefgehen kann, übersehen die Leute auch geflissentlich. So läuft das Spiel zumindest an fairen, geregelten Börsen ab. Wer viel riskiert, hat auch das Recht darauf, eine gute Rendite zu erhalten.
In Graumärkten mit irren Deriavtekonstrukten sieht es vielleicht anders aus und es kann ausarten. Hier ist dann der Gesetzgeber gefragt, auch dass Geschäfte dieser Art keine anständigen Geschäfte gezielt negativ beeinflussen können.
“Die meisten Instrumente sollten verboten werden.”
Da wiederum muss ich zustimmen. Aktien, Bonds und Futures reichen eigentlich aus. Alle gehandelt an fairen, geregelten, transparenten Handelsplätzen.
“Hedgefonds bringen absolut null Mehrwert in die Wirtschaft”
Nur zur Info: Die allermeisten Spekulanten verlieren langfristig ihr Kapital an die Märkte. Ohne diese Marktteilnehmer gäbe es unser Wirtschaftsystem nicht. Sie sind die einzigen, die Risiken bewußt eingehen. Diese kalt zu stellen würde bedeuten, sich von unserer Wirtschaftsform gänzlich zu verabschieden. Wenn das nicht gewollt ist, bleibt die einzige Aufgabe der Gesetzgeber, hier bessere Rahmenbedingungen einzuführen. Eine Finanztranasaktionssteuer gehört dazu sicherlich nicht. Sie würde die Spekulation nämlich aus dem Markt verbannen und es exisstiert kein effektiver Markt mehr. Warum? Weil kein Spekulant bereit dazu ist, dass volle Risiko einzugehen wenn dafür keine angemessene Auszahlung zu erwarten ist. Die Finanzmärkte würden praktisch ausgetrocknet werden und brach liegen, weil es sich niemand mehr leisten kann und will, auf neue Erkenntnisse zu reagieren.
“saugen Milliarden aus der Realwirtschaft, die wir gut fuer Bildung und Infrastruktur ausgeben koennten.”
Die Hedgefonds sicher nicht. Die großen Banken haben seit 2008 vielleicht die Realwirtschaft leergesaugt, weil sie mit gutem Steuergeld vollgepumpt werden mussten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein Hedgefonds gestützt wurde, obwohl zig davon bankrott gingen. Das Geld, das in Hedgefonds versammelt ist, stammt zum größten Teil aus privater Hand. Würde also sonst auch nicht für öffentliche Maßnahmen wie Bildung zur Verfügung stehen. Somit völliger Unsinn so eine Behauptung. Warum immer mehr Staaten finanzielle Probleme bekommen, liegt an anderen Dingen.
“Eine Finanztransaktionssteuer von 1%, und eine von 30% fuer Hedgefonds und Investmentbanken waere da genau das richtige! Das wuerde den Ertrag dem Risiko anpassen, und vor allem dafuer sorgen, dass die mal anstaendig Steuern zahlen. Senkt das Risiko fuer den Staat, und den Ertrag fuer Hedgefonds.”
Die bessere Alternative ist der Weg, Steueroasen weltweit Schachmatt zu setzen. Die Finanzinstitutionen wären dann gezwungen, ihre Steuern so wie jedes andere Unternehmen in völler Höhe im Inland abzugelten, fertig. Klar gibt es für normale Firmen die Umsatzsteuer, aber die trägt ja der Endverbraucher. Somit hinkt der Vergleich dass institutionelle Spekulanten steuerlich bevorzugt werden. Aber weder eine FTS, noch das austrocknen sämtlicher Steueroasen weltweit wird zu bewerkstelligen sein. Und nur dann ist so eine Maßnahme überhaupt gerechtfertigt.
Fazit: Spekulation ist nichts böses und schon gar nicht die Ursache unserer jetzigen Probleme. Sie ist elementarer Bestandteil der Menschheit und unseres Wirtschaftssystems. Es gibt in dieser Branche auch schwarze Schaafe – wie überall – die es übertreiben, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Was wir brauchen sind bessere Rahmenbedingungen. Einige Leute sollten vielleicht mal eine Woche einem anständigen Hedgefondsmangement bei der Arbeit zugucken und sich mal intensiv mit diesen Charakteren auseinandersetzen. Ich wette, so einige würden nicht mehr so pauschal über diese Branche herziehen, oder es sich von den Politikern einreden lassen, dass Spekulanten die Mutter alles Bösen sein müssen.
Sie stimmen zu dass Aktien, Bonds, Futures genuegen.
Ich wuerde sagen, auch den Futures Markt sollte man extrem einschraenken, sodass man vielleicht nur noch Forward Contracts zulaesst, wo man auch in Empfang nehmen kann, was man kauft.
Damit waere wahrscheinlich viele Produkte, womit Hedgefonds ihr Geld machen, weg, (die ganzen Leerverkaeufe) und Hedgefunds wuerden mehr wie normale Investment Manager. Long kann man wieter investieren. Da ist nichts gegen einzuwenden. Das zerstoererische ist das Short Selling bzw. CDS. Weil es Krisen verschaerft, besonders wenn man Maerkte manipuliert. Und wer glaubt nicht dass Soros/PIMCO/Blackrock Maerkte manipulieren koennen? Und auch tun.
Auch glaube ich nicht dass es das Ende der Finanzmaerkte bedeuten wuerde, wenn die dann 1% Steuern zahlen. Und wenn man Short Selling unbedingt wuenschenswert findet, sollte man das mit 30% besteuern. Man sollte auf jedenfall eine oeffenliche Diskussion darueber haben.
Uebrigends halte ich short sellers oder Hedgefondmanager nicht als die Ausgeburt alles Boesen, sondern manche finde ich extrem sympatisch. Schauen sie sich mal die Bloomberg Portrait von Michael Burry an. Einen besseren Schwiegersohn koennte man sich ja kaum wuenschen, und der hat auch noch rund $1,5 Mrd verdient (750 Mio fuer sich) mit short selling (durch CDS) von CDOs um 2008 herum.
http://www.bloomberg.com/video/72756316
Zu, Punkt mit der Umsatzsteuer. Die traegt der Endverbraucher. Aber wer ist der Endverbraucher von CDS? Oft Hedgefonds die selber spekulieren. Deshalb sollten sie auch die 30% Steuern zahlen.