Was ist die bessere Lösung? Wenn man der vereinigten Propagandamaschine der Hedgefondbesitzer und deutschen Politikern glaubt, geht kein Weg an einem Schuldenschnitt vorbei. Anleger müssen büssen, und Pleite gehen, sonst bricht das ganze Theoriegebäude, mit denen uns die Marktwirtschaft seit Jahren verkauft wird, auseinander. Denn Soros und seine Hedgefondfreunde in der City und Wall Street wollen endlich Cash sehen für ihre Credit Default Swaps, so wie das die Modelle der Ökonomen vorhersagen.

Wir erleben gerade den organisierten Ausverkauf des unfähigsten deutschen Finanzministers der deutschen Geschichte an die Finanzindustrie, denn kein anderer hat es geschafft, so viele deutsche Staatschulden in so kurzer Zeit anzuhäufen und der Finanzindustrie zuzustecken wie Wolfgang Schäuble - ausser vielleicht Hank Paulson in den USA. Aber der war wenigsten vorher Chef von GoldmanSachs – der hat das vorsätzlich gemacht! Nicht aus Dummheit, wie bei uns! (Kantoos stellt sich die gleiche Frage – Sind die Deutschen die dümmsten Bankenretter?!)

In der kleinen Skizze (darauf klicken und sie wird grösser) hab ich schematisch dargestellt was mit unserem Steuergeld passiert in verschiedenen Szenarien. Wer es bekommt, in verschiedenen Optionen.

Option A: Wir rekapitalisieren Banken und erlassen Griechenland 50% seiner Staatsschulden

Option B: Wir wurschteln weiter wie bisher – und finanzieren alle Staatsschulden Griechenlands – wenn griechische Anleihen auslaufen, refinanziert der EU Steuerzahler

Option C: Wir Helfen Griechenland indem wir neue Schulden wie in B übernehmen. Und wir nehmen auch mal die Griechen in die Pflicht, die wirklich zahlen können – die griechischen Millionäre, die ihr Geld im Ausland haben.

In Option A streuen wir unser – nun weitaus grösseres – Risiko zwischen Aktien für Pleitebanken (ausgegeben zur Rekapitalisierung), und Schulden für Griechenland. Ich meine der Wert dieser Bankaktien wird schnell gegen Null gehen, denn wir erhöhen das Systemrisiko. Finanzstabilität verschwindet, keiner traut mehr anderen Banken. Und vor allem, wie wollen wir Irland, Portugal oder andere Staaten vor einem Schuldenschnitt bewahren? Die Ansteckungsgefahr steigt.

Also, die Finanzstabilität ist wichtig, seit man von einem Schuldenschnitt spricht hat die grösste belgische Bank DEXIA aus unbekanntem Grund Pleite gemacht, die EZB weitere langfristige Finanzierungshilfen in Aussicht gestellt, und sich die Finanzierung der Banken bei der Zentralbank enorm erhöht. Das hört sich nicht nach Stabilität an. Alles deutet eher auf einen Bankrun hin.

In Option B machen wir so weiter wie bisher. Die gleichen Risiken wie Option A eigentlich, nur wie lassen sie gemächlicher auf uns zukommen. Hauptsächlich deshalb, weil das Insolvenzrisikos Griechenland bestehen bleiben wird. Wird Griechenland es schaffen oder nicht, aus der Rezession herauszukommen. Werden sie ihre Schulden abtragen können? Die Frage wird sich auf Jahre nicht beantworten lassen.

In Option C schauen wir mal nach anderen Quellen, um die Griechenlandschulden abzutragen. Griechische Millionäre, die ihr Geld ins Ausland geschafft haben (280 Mrd alleine in der Schweiz!) sollten mal für griechische Staatsschulden zahlen. Und was meinen wir mit Helfen?

Ich hab es schon öfter hier geschrieben, so kann man helfen:

  • Urlaubsgutscheine für Griechenland, ausgegeben von Leistungsbilanzüberschussländern an ihre Bürger, um in Griechenland Urlaub zu machen.
  • Entwicklung zukunftsfähiger Wirtschaftszweige (Solarenergie?) und Abbau der Arbeitslosigkeit durch einen Marshallplan
  • Aufkauf der Anleihen zu niedrigen jetzigen Kursen, Griechenland effektiv vom Markt nehmen.

Option C ist also besser als Aktien in Pleitebanken zu stecken (Option A), oder weiterwurschteln (Option B), oder nicht? Plan C erhöht die Finanzstabilität. Enorm wichtig – denn wenn sie erst einmal weg ist, geht es den Bach runter.

Aber, was ist wenn die Griechen einfach ihre 400 Mrd Schulden nicht zurückzahlen? Und dann aus dem Euro austreten. Das ist natürlich das Risiko. Aber besser das zusätzliche 200 Mrd Risiko eingehen, als jetzt direkt mit Option A 250 Mrd Euro in wertlose Bankaktien stecken und so  die Finanzstabilität weiter untergraben.

Also, alle mal bitte die Skizze ausdrucken, und an den Schäuble (oder anderen Politker ihres Vertrauens) schicken, um ihm zu sagen, das, was er da vorhat, ist Mist.

Wolfgang Schäuble, Bundesministerium der Finanzen, Wilhelmstr. 97, 10117 Berlin

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