Welche Steuer ist wohl am vernünftigsten? Die Mehrwertsteuer, die indirekt von uns eingesammelt wird, und auf den Konsum erhoben wird. Oder die Einkommensteuer, die uns, je mehr wir verdienen, umso mehr besteuert? Die Tabakssteuer, weil sie gesundheitlich schädliches Verhalten bestraft? Oder die Kapitalertragsteuer, die uns ein Viertel von unseren Zinsen oder anderen Kapitalerträgen abnimmt? Oder Sozialabgaben auf Arbeit, die ja eigentlich auch Steuern im weitesten Sinne sind?
Das Problem mit all diesen Steuern ist, dass sie unser Einkommen schmälern. Das ist schlecht. Warum?
Ohne Einkommen können wir weder konsumieren, noch investieren. Und nur dadurch kann die (Inlands-)Wirtschaft wachsen, soweit der Privatsektor (Konsumenten und Unternehmer) dafür verantwortlich ist. Nur das bringt uns BIP Wachstum, wonach wir ja alle streben. (Man kann zwar auch nach anderen Sachen streben, als Nation, ausser BIP Wachstum, aber die Konvention ist, dass mehr BIP besser für uns ist. Nur durch grösseres Wachstum kann man mehr Wohlstand und Arbeit schaffen, sagt man.)
Deshalb sollte die FDP eigentlich populär sein, denn die sind ja immer für Steuersenkung. Steurersenkungen wirken immer konjunkturbelebend. Da hat die FDP eigentlich Recht. Aber der FDP glaubt keiner mehr, Hopfen und Malz ist verloren bei denen. Das war eigentlich die beste Nachricht gestern in der deutschen Presse.
Vertrauen in die FDP fällt auf null Prozent
…Die FDP hat erneut deutlich an Vertrauen verloren. Auf die Frage, ob die Partei die Probleme des Landes zu lösen imstande sei, antwortete in einer repräsentativen Forsa-Umfrage keiner mit Ja. In der Wählersympathie fiel sie auf ihr Rekordtief von zwei Prozent…
Katastrophal, oder? FDP sind Nullen, es ist offiziell. Aber wir schweifen ab.
Der Staat kann zwar unsere Steuern wieder ausgeben – und dadurch Wachstum schaffen. Aber sagen wir mal, dass er es nicht macht, weil der Haushalt konsolidiert werden soll – also gespart werden soll – dann fällt das BIP.
Das BIP setzt sich nämlich zusammen aus
BIP = C + I + G
Also C steht für Konsum, I für Investitionen, und G für Government, also für Staatsausgaben.
Eigentlich sind noch EXport und IMport teil der Gleichung, (BIP = C + I + G + X – M), wo Exporte zum BIP beitragen und Importe vom BIP abgezogen werden, aber das lassen wir mal weg hier in unserer Argumentation, das ist nämlich nicht relevant.
Also, egal welche Steuern wir erheben. Der Konsum fällt oder Investitionen fallen, denn wir haben weniger um zu konsumieren oder investieren.
Also vorher war die Gleichung vielleicht.
100 = 45 + 15 + 40.
Nach der Steuererhöhung, die 2 aus dem Wirtschaftskreislauf zieht, und den Konsum um 2 einbrechen lässt:
98 = 43 + 15 + 40
Das kann zum Teil ausgeglichen werden, dadurch dass der Privatsektor weniger spart, was ja oft in der Realität auch der Fall ist. Man kann nicht mehr so viel auf die hohe Kante legen, wenn Steeurn hochgehen. Oder es gibt tatsächlich vielleicht Firmen, die neu entstehen, und auch in einer rezessiven Wirtschaftslage Geld verdienen können. Der Konsum und die Investitionen der neuen Firmen kann diesen Verlust ausgleichen. Aber wenn die Wirtschaft schrumpft, wird nicht viel investiert – da das Vertrauen in die Wirtschaft genauso schrumpft. Man spart lieber, als zu investieren – was das Ganze nur schlimmer macht.
Nur, wenn man Steuern extrem erhöht, und die Staatsausgaben fallen, kann leicht sowas herauskommen wie 2011 in Griechenland, ein 6%iges Abschmieren der Wirtschaft. Hier in dem Beispiel fallen Konsum, Investitionen, und Staatsausgaben um je 2 Prozentpunkte, insgesamt 6, damit der Staat dann 6 mehr zur Verfügung hat, um das Staatsdefizit zu konsolidieren.
94 = 43 + 13 + 38
Das bedeutet zuerst einmal mehr Arbeitslosigkeit, und weniger Wohlstand. Siehe Griechenland, dank Troika Empfehlungen.
Wie kann man das vermeiden, gibt es nicht andere Steuern, die das vermeiden? Wohlstand verkleinern?
Hier kommen wir zu den Vermögensteuern. Denn Vermögen geht in die obige Gleichung gar nicht mit ein. Vermögen gehört nicht mit zum BIP. Wenn ein Vermögen, wie zum Beispiel ein Haus, vererbt wird, erhöht das nicht das BIP. Auch ein Verkauf des Hauses erhöht nicht das BIP. Zum BIP zählt nur der Konsum von neuen Gütern und Dienstleistungen.
Das Vermögen wird besteuert vom Staat, aber das BIP ändert sich nicht. Denn das BIP ändert sich ja auch nicht, wenn zum Beispiel Ihr Auto, das 15.000 Euro wert ist nach 15 Jahren nur noch 0 Euro wert ist. Da wird auch ihr persönliches Vermögen verkleinert, hier durch Abschreibungen (Auto), da durch den Staat (Steuern)
Das heisst, Vermögen wird reduziert, um Steuern zu zahlen. Das BIP bleibt gleich – naja, nicht ganz gleich. Wenn ein Vermögen von 6 eingesammelt wird, fehlt vom BIP die Zinsen, die das Vermögen erwirtschaftet hat. Also vielleicht 3% von 6 werden im BIP fehlen. Also 0,18 Punkte, oder gerundet 0,2%.
Generell kann man davon ausgehen, dass eine Vermögensteuer von 1% auf alle Vermögen in Deutschland über einen Haushaltsfreibetrag von 500.000 Euro insgesamt rund 20 Mrd Euro in die Kassen spülen - etwa die Summe, die wir im Moment für Hartz 4 Empfänger ausgeben.
Natürlich könnte es sein, dass eine Oma, die einer grossen Villa mit kleiner Rente wohnt, halt doch ihren Konsum einschränken müsste. Aber das wird wohl relativ selten vorkommen. Die Oma wird sich, im Notfall, die Summe anschreiben lassen können beim Staat, und die würde dann erst beim Ableben der Oma aus der Erbmasse fällig.
Der Konsum wird generell nicht eingeschränkt werden, durch eine Vermögensteuer, die einen hohen Freibetrag hat.
Also wir können die Steuern um 6 erhöhen, durch Vermögensteuer, und das BIP fällt nur um 0,2%. Anstatt um 6% zu fallen, wie das in Griechenland der Fall ist.
99,8 = 44,8 + 15 + 40.
Warum macht man das nicht in Griechenland, in der Rest der Peripherie, oder in Deutschland? Das würde die Steuern, die sofort das BIP verkleinern, nicht nötig machen, und alle Länder zu ausgeglichenen Staatshaushalten und fallende Staatsschulden helfen?
Also, Haushaltskonsolidierung durch Vermögensteuer bewahrt alle Länder, die diesen Weg einschlagen von den katastrophalen Folgen einer Austeritätspolitik, wie sie die deutsche Katastrophentroika von Merkel/Schäuble/Weidmann oder die internationale Troika fordert. Alle diese Flaschen gehören eigentlich sofort abgesetzt von allen, die hier oben den simplen ökonomischen Zusammenhängen folgen können. Wegen absoluten Fehlentscheidungen, sie sowohl gegen eine vernünftige Volkswirtschaftslehre, als auch gegen den gesunden Menschenverstand sind.
Genau deshalb sind Vermögensteuern wichtig und richtig, sie senken nicht das BIP und konsolidieren die Haushalte. Dass sie auch Wohlstand von den Reichen auf die weniger reichen Teile der Bevölkerung verteilen, ist da nur noch ein Bonus. Ihre Wirkung als Wundersteuer, die Staatsschuldenkrisen lösen kann, und nicht das BIP unnötig nach unten zieht, ist ihr wirklicher Vorteil.
Diese Steuern existieren übrigens in unseren Nachbarländern. Frankreich, Schweiz, Niederlande, und auch Norwegen hat eine Vermögensteuer. Warum nicht überall in Europa?
soweit gut und meine zustimmung hast du.
allerdings bezweifele ich sehr stark, das bei der politischen großwetterlage das jemals durch das parlament kommt und eine gesetzliche grundlage bekommt.
dafür ist die verquickung von politik und vermögenden zu eng und zu stark.
leider !
Ok, man kann 6% Defizit abbauen, mit 6% extra Einkommen- und MWST, dass das BIP um 6% fallen laesst, und die Arbeitslosigkeit um 12% hochschnellen laesst.
Oder man macht folgendes.
Man baut das Defizit um 6% ab, indem man die gleichen Steuern durch Vermoegensteuer einnimmt, dass BIP faellt vielleicht um 0,5%, und die Arbeitslosigkeit steigt um 1%.
Wenn das unsere “politische Grosswetterlage” nicht mitbekommt – und das ist total moeglich – denn solche simplen Tatsachen werden bewusst von Oekonomen und Medien verschwiegen, gibt es eine Rezession und Arbeitslosigkeit ueberall.
Keiner von den Staaten die Sparen geht an das Thema ran.
[...] HomeAbout eurogate101 Spekulanten verursachen Eurokrise um Millarden mit Derivaten (CDS) zu verdienen « Die Wundersteuer [...]
Heute 13:05 Uhr Tacheles im dlradio kultur hören.
Du hast sie weich geschossen !!!
Jetzt gibt es zumindest noch eine Gegenfinanzierung / Steuererhöhung für die Richies zur Senkung der kalten Progression in den mittleren Tarifen.
Schon mal riesigen Dank!!!
Vermögenssteuer – Boah Ey – lassen wir uns überraschen
Es gibt nur einen …._..
vielleicht noch ein wort zu meinem synonym “politische großwetterlage”.
hierunter verstehe ich gleich welche partei am ruder oder in der koalition ist.
keine ist fähig oder/und willens die probleme beim schopf zu packen und von oben abzuschöpfen.
die linkspartei lass ich mal außen vor.
ob die regierungsfähig ist, überlasse ich dem auge des betrachters; dem wähler, ob sie überhaupt je soviel kreuze bekommt, um in diese lage gehievt zu werden.
wir werden – viele, auch ich meinen, wir haben bereits – amerikanische verhältnisse bekommen.
die schere weitet sich dramatisch.
Nur eine kurze Fragen zu den Vermögen: warum zählen die nicht zu den Investitionen oder den Staatsausgaben, denn schliesslich legen sich die Leute ihr Vermögen ja nicht unter die Matratze sondern sie fließen in Form von Staatanleihen in die Staatsausgaben oder in Form anderer Anlagen werden sie für Investitionen durch Unternehmen genutzt und werden dadurch Teil des BIPs? Deswegen ist dieses Vermögen ja zeitweise nicht verfügbar, weil woanders.
Das ist die Theorie, was gespart wird sind ist genau gleich der Investitionen. Aber das ist halt auch nur die Theorie. Dem Mann der Lidl gehoert hat angeblich sein Vermoegen von 10 auf 11 Mrd erhoeht Hat Lidl jetzt wirklich 1 MRd investiert um neue LAeden aufzumachen? Das sind so geschaetzt 1000 neue Filialen – ein Drittel was in Deutschland an Lidl Geschaeften ist. Nie im Leben. MAn muss sich nur mal klarmachen, dass angeblich 280 Mrd in der Schweiz sind, von griechischen Millionaeren, dann weiss man das die Theorie nicht stimmt.
Das Geld wird nciht investiert – es wird verpulvert. Auch in Deutschland. Es geht mit Krediten an die USA, um Immobilienschrottanleihen zu kaufen, und nach Griechenland, um da das Staatsdefizit aufzublasen. Was auf Umwegen dann in der Schweiz landet, wo griechische Millionaere ihr Geld anlegen. Also, es wird achon sicherlich z.T. investiert, aber vielleicht in weniger Nachhaltige Sachen.
Warum hat Siemens 3 oder 4 Mrd an Cash? Haben die nichts, in was sie investieren sollen. Wer soll das investieren, wenn nicht Siemens?
Reichtum kann auch einfach durch groessere Aktiengewinne entstehen, oder hoehere Immobilienpreise.
Theoretisch hat auch Wirtschaftsphilosoph Recht:
“Was simple ökonomische Zusammenhänge angeht, so übersehen Sie den negativen Effekt einer Vermögensteuer aufs Sparen und vor allem die Investitionen. Vermögensbildung und Investitionen werden nicht nur objektiv schwieriger, sondern auch subjektiv unattraktiver, was bereits kurzfristig das BIP schmälern kann, es aber vor allem langfristig tun wird. Etwas anders liegen die Dinge nur bei einer garantiert einmaligen und überraschenden Vermögensabgabe, da diese das Verhalten kaum beeinflusst.”
Eine Vermoegensabgabe (weil ein Lastenausgleich) ist sicherlich besser, aber auch kleinere jaehrliche Betraege haben keinen negativen Einfluss. Es trifft ja vor allem die Leute mit konznetriertem Vermoegen. Wenn die nicht so viel investieren, nicht so schlimm. Dadurch regt man Konkurrenz an.
Also, ich sehe durchweg nur positive Anreize von einer Vermoegensteuer. Und vor allem, die rezessive Wirkung aller anderen Steuern, wenn man Haushalte konsolidieren will ist viel groesser und viel direkter! Das stimmt auf alle Faelle!
[...] könnte man immer noch mal eine Vermögensteuer einführen, die Wundersteuer. Die die reichsten 10% der Bevölkerung eines jeden Landes besteuert, die immer wohl die Hälfte [...]
[...] in der Sendung hat übrigens von Vermögensteuer gesprochen – schade eigentlich, denn die ist, wie wir gezeigt haben, die Steuer die am [...]
Um 0,2 Prozent des BIP an Steuern zu kassieren, wären sicherlich 0,2 Prozent des BIP nötig um dies einzutreiben, zu bewerten, zu verwalten, …
Nur mal zur Erinnerung:
Für die Villa bezahlt man die Grundsteuer.
Für das Kapital die Kapitalertragssteuer.
Als dies ist schon eine Bestandsbesteuerung. Man bestraft, bzw. besteuert Leute, weil sie etwas haben, was Wertbeständiger ist als Konsum. Weil sie zum Beispiel für ihr Alter vorsorgen, für ihre Kinder und Enkel sparen oder ganz einfach, weil sie selbst entscheiden wollen was mit ihrem “Vermögen” passiert und es nicht dem Staat überlassen wollen.
Das kann ich mir nicht vorstellen, dass es 5 Mrd kostet um 5 Mrd Steuern einzutreiben. (Das sind etwa 0,2% des BIPs in Deutschland). Aber wie dem auch sei.
Hier in dem Beitrag werden vorgeschlagen etwa 20 Mrd (1% des Nettovermoegens der Vermoegensten Haushalte) jedes Jahr einzusammeln. Das sind etwa 0,8% des BIPs. Das machen andere Laender auch, oder es wird noch mehtr besteuert.
In meinem neuesten Beitrag schlage ich vor, soviel Vermoegensteuer zu erheben, dass die Staatschulden innerhalb 10 Jahre auf 60% des BIPs fallen. Damit waeren Vermoegensteuer 2% oder 3% des Nettoevermoegens, aber der Verwaltungsaufwand wuerde nicht groesser.
Das stimmt natuerlich, es ist eine Bestandsbesteuerung, die allerdings nur die Vermoegensten 10% eines jeden Landes treffen wuerde.
ne ne
Grundsteuer zahlt für den Grund ohne Villa
Ertragsteuer für die Erträge des Kapitals ohne nominelle Aufzehrung
also etwas genauer bitte
und was haben die Kinder mit den Beständen ihrer Eltern zu tun?
sind alle menschen gleich oder wollen einige dass es ihren nachfahren besser geht?
[...] Wunderwaffen gegen die Eurokrise: Vermögensteuer (also eine Wundersteuer), Zwangsanleihen, und [...]
[...] um den zusätzlichen Urlaub zu finanzieren. Da haben wir ja schon eine Steuer ausfindig gemacht, die Vermögensteuer. Wenn wir wollen, dass die Peripherieländer endlich eine Vermögensteuer einführen, um ihre [...]
[...] diese Zwangsanleihen zurückzuzahlen muss auf jeden Fall durch Vermögensteuer aufgebracht werden, wenn die Wirtschaft nicht einbrechen soll. Da geht kein Weg dran [...]
[...] Sie sollte die Steuern vertreten, die am wenigsten das Wirtschaftswachstum in einem Land behindern, das sind nun mal Vermögensteuern. Die EZB hat relativ viel Macht. Wenn sie zum Beispiel sagen würde, dass zum Bestehen der [...]