Heute trat der Generalsekretär der FDP zurück, Christian Lindner. Mir war der bis jetzt noch nicht besonders aufgefallen. Ausser, als er am Wochenende etwas sagte über den Mitgliederentscheid der FDP, mit dem Frank Schäffler gegen jede weitere Hilfe für EU Staaten wirbt, aber wohl verlieren wird. Aus dem Spiegel von heute morgen:
Zudem hatte der Generalsekretär kräftig gegen den Initiator Frank Schäffler ausgeteilt: “Er ist so etwas wie der David Cameron der FDP.”
Also, mir ist klar dass bei der FDP viel, sogar fast nur Blödsinn geredet wird, aber Frank Schäffler der David Cameron der FDP? Was soll das wohl heissen?
Wird Frank Schäffler Partei auch so unterstützt wie Camerons Conservative Party, wo 8 der 10 grössten Spenden letztes Jahr von Hedgefonds kamen? Wo der Schatzmeister der Wahlkampagnefinanzierung ein früherer Boss eines grossen Hedgefonds ist? Wird so auch Schäffler finanziert? Wenn man sich überlegt, dass es hauptsächlich Hedgefonds die mit CDS auf Pleite der Europeripherie gewettet haben, die wahrscheinlicher wird, wenn Schäfflers Vorschlag in der Politik umgesetzt würde, kann man so eine Argumentation verstehen.
Ob der Milchbubi Christian Lindner das so meinte?
Zur Klarstellung, Cameron ist als einziger der EU Regierungschefs gegen die “Austeritätsunion” , die weder Stabilitiätsunion noch Fiskalunion ist, was ja insgesamt vernünftig ist. Kaum ein Kommentator in der Presse oder Blogs sieht hier eine kurzfristige Lösung es Europroblems. Und langfristig funktioniert so etwas natürlich auch nicht, wenn Troikaner die Macht übernehmen sollten, falls ein Land sein Defizitziel verpasst, sieht es in jedem Land bald wie in Griechenland aus.
Der Nobelpreisträger Paul Krugman nimmt kein Blatt vor den Mund, er nennt es Blödsinn:
So last week European leaders announced a plan that, on the face of it, was pure nonsense. Faced with a crisis that is mainly about the balance of payments, with fiscal crisis as a secondary consequence, they supposedly committed everyone to severe fiscal austerity, which would guarantee a recession while leaving the real problem unaddressed.
Die Briten sind nicht im Euroraum, warum sollen sie hier diesem Blödsinn zustimmen. Das heisst nicht, dass Cameron in GB nicht kräftig kritisiert wird, auch von dem Koalitionspartner, den Liberalen Demokraten. Die Opposition natürlich sowieso, die Labour Partei werfen ihm vor, dass seine Verhandlungsstrategie ihn nur als Verlierer aussehen lässt. Cameron hat allerdings viele in seiner Partei, die gegen alles europäische sind und ihn jetzt als Held feiern. Also, genau wie Merkels Standpunkt von innerparteilichen Interessen ihrer Koalitionsregierung getragen wird, muss auch Cameron dafür sorgen, dass er die Interessen seiner Parteien vertritt. Aber machen wir uns nicht vor, die Briten sind und bleiben weiter ein Bestandteil der EU, auch wenn sie bei dieser Austeritätsunion nicht mitmachen wollen.
David Cameron hat nicht dagegen anderen Ländern in der EU zu helfen, die Briten haben ja auch schon bei Rettungsschirmen mitfinanziert. Es ist halt eine Frage wie geholfen werden soll. Aber er wollte halt seinen Kumpels in der Hedgefondindustrie und im Investmentbanking helfen, dessen Einkommen von weiterer Finanzregulation und Finanztransaktionssteuer gefährdet ist. Und er versuchte, hier die Industrie zu verteidigen, in der GB einen Wettbewerbsvorteil hat. Er wollte nur zustimmen, wenn die Finanzindustrie von weiterer Regulierung geschützt werden sollte. Das wollten die anderen Staaten nicht, und so stimmte Cameron nicht zu.
Hat Cameron Recht, zu versuchen die City in London vor weiterer Regulierung zu bewahren? Es kommt darauf an, es werden vor allem die geschützt, die Millionärsgehälter und Boni verdienen. Das sind nur sehr wenige, einige Tausende vielleicht der etwa einer Million Angestellten im Finanzbereich, der etwa 7,5% des BIPs Grossbritanniens ausmacht. Allerdings exportiert die City ihre Dienstleistungen an den Rest Europas, und diese Zahlungen gehen in die Handelsbilanz mit ein, die sonst noch negativer für GB ausfallen würde. (In Dienstleistungen hat GB ein Handelsbilanzueberschuss, der das Warendefizit zum grossen Teil .) Und die Steuern die durch die City generiert werden, helfen natürlich ganz Grossbritannien.
Man sollte das so sehen, würde anstatt einer Finanztransaktionssteuer im Moment eine europaweite Automobiltransaktionssteuer besprochen, die vor allem Deutschland treffen würde, würde wahrscheinlich auch Deutschland versuchen, das zu verhindern.
Aber obwohl Cameron nicht erreicht hat, was er wollte, die Briten bleiben in der EU, machen aber nicht bei dem Austeritätsunion mit. Insgesamt sind David Camerons Entscheidungen sehr vernünftig, wenn auch aus dem falschen Grund.
Anders als Frank Schäffler, der mit dem Mitgliederentscheid sehr unvernünftig gehandelt hat. Er will, dass die EU auseinanderbricht, er will keinem Land helfen, er will, dass alle Banken Pleite gehen, und seine Entscheidungen würden zum totalen Chaos führen, hätte man sie in die Praxis umgesetzt. Das haben auch die FDP Mitglieder erkannt und gegen ihn gestimmt.
Frank Schäffler bleibt ein Depp mit minimaler Unterstützung einer klitzekleinen Minderheitenpartei. Irrelevant wie der Rest der FDP, wie Lindner oder Rösler, die sich alle eine Tafel Kinderschokolade kaufen sollten, um so schon mal das Ende der FDP als relevante Regierungspartei zu feiern. Denn im nächsten Bundestag werden sie wohl kaum vertreten sein, da nur noch 3% der Wähler für sie stimmen werden.
David Cameron ist und bleibt Regierungschef. Er ist ein Politiker der versucht die Finanzinteressen seines Landes, seiner Partei und seiner Geldgeber zu verteidigen. Grossbritannien bleibt ein grosses und wichtiges Land in der EU, und wird auch weiterhin seine Interessen innerhalb der EU zu verteidigen wissen. Es ist ein Fehler, die Briten auszuschliessen von weiteren Verhandlungen zur Eurokrise, alleine deshalb, weil sie durch eine grosse Finanzindustrie eigentlich auch die Ökonomen und Expertise haben sollten, eine Finanzkrise wie sie jetzt im Moment im Euroraum gibt, zu meistern.
Da sollte man endlich mal drauf hören, und nicht auf die Provinzsökonomen aus dem tiefsten Bayern, wie Professor Sinn, die in Deutschland Schäffler unterstützt haben, und die man mal endlich auf den Mond schiessen sollte.
“Siegen kannst Du nur, wenn Du cool, wenn Du ganz cool bleibst.”
Denke so wie der Gegner denkt! Vielleicht kannst Du Dein Handeln damit zielführend einsetzen.
Ihr Ziel und notwendige Bedingung ist M A C H T. Diese nicht zu verlieren rechtfertigt alles – bis zum Krieg.
Vermögen und Erträge sind danach nur hinreichende Bedingung.
Personen müssen dazu manipulierbar sein.
Wulff z.B.erpressbar – so wie es jetzt gerade passiert !
Wenn Merkel das bisher nicht gemerkt hat umso einfacher…
Denke nach …
Ziel ökonomisch ist, den EURO als Dollar Konkurrenten auszuschalten !!!
Nur darauf sind sie ausgerichtet, weil es die Macht und die Geschäfte erhält !
Transparenz und Diskussion sind die Instrumente zur Abwehr.
Wenn das verstanden ist, können Gegenstrategien greifen
Sei so ruhig und innovativ wie möglich.
Ob Angela noch die Kurve bekommen will ist die Frage, denn sie hat das Spiel durchschaut .
“Soon it’s never more
When you’ve got to pay for
Promises – made in the night
Call the magic one
And with the magic comes
Forever chained to the flame
It’s too late
Too late – for tears
Too late – And no one hears you
Do you feel a touch of evil
(then) It’s too late
To wish and make it so
To feel the power growing
Stronger – blessed by the dark
And when the candle fades
You can say it was a joke you played
So you must let me go – no
It’s too late
You’ve said the word
Too late – something heard you
Too late – now the race is on
And you’re run out of road
Too late – for tears
Too late – and no one hears you
Can you feel the touch of evil
It’s too late
Oh oh oh save me
I believe in your name
Oh oh I’ve fallen down
But now I’ve found
Nobody to take the blame
Misery
It’s come to drag me away
And when the hunter cries
No alibis
Get ready for judgement day
As the candle fades
You can say it was a game you made
So you must let me go, let me go
It’s too late – you’ve said the word
Too late – something heard you
Too late – the spell is gone
And this time you’re the fool
It’s too late for tears
Too late – and no one hears you
Welcome to forever
Welcome it’s too late
Too late”
Denke nach …
Vielleicht interessant: Ich war heute bei einem Diskussionsforum in dem Marco Buti (Director-General for Economic and Financial Affairs at the European Commission) die ökonomischen Modelle diskutiert hat, die die EU für die Analyse der Krise benutzt. Aufgrung dieser Analysen war er ebenfalls der Meinung, dass neben einer Senkung der der Staatsausgaben besonders eine (temporäre) Vermögenssteuer das effektivste Mittel zur Defizitreduzierung sei…
Hier die gekürzte (zensierte) Fassung eines Beitrages, der die Personen und Mittel unserer M A C H T beleuchtet.
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/16/dlf_20111216_2334_3d32b012.mp3
Der Anfang der im Radio noch lief, zitierte den Verteidiger, der die Soldaten Amerikas für ihre Untaten bloßstellte. Das ist nicht zum Nachhören vorgesehen !!!
Aber die Wahrheit ist unteilbar – that is for shure.
Dagegen sind Tom Cruise und Demi Moore gegen Jach Nickolson Kindergeburtstag …
Schäffler ist nicht einfach nur ein ehemaliger MLP-Drücker. Er ist einer von sage und schreibe 4 Ehemaligen dieses Finanzdienstleisters im Bundestag. Ist schon eine signifikante Häufung finde ich. Das er seinen Job dort erst nach heftigen Protesten aufgegeben hat lag nicht zuletzt daran, das er im Beirat der BaFin sitzt und dort ausgerechnet auf die Bude aufpassen sollte, von der er nicht unerhebliche Provisionszahlungen erhielt. Wer mal genau wissen will wie der Bursche wirklich tickt, der sollte sich seine Antworten auf Abgeordnetenwatch anschauen. Bitte auch die der letzten Jahre lesen. Das was er von sich gibt ist sowas von unprofessionell, ich nenne das schon kindisch. Dazu noch das beharrliche Schweigen auf wichtige Fragen wie z.B. warum er für die EU-Verfassung gestimmt hat. Der Typ ist einfach nur peinlich, aber das ist meine ganz persönliche Meinung.
Ist hier Huett freie Zone?